Arbeitslager Juni 18

19-23 Juni 18

(A) Ok, Arbeitslager ist etwas übertrieben, aber ich glaube für Beni hat es sich in etwa so angefühlt... Ich musste, und habe es etwas gemütlicher genommen... und für Anaïs war es ein Abenteuer und riesiger Spielplatz mit vielen neuen Eindrücken.

Wir hatten wieder eine volle und ereignisreiche Woche auf unserem Schiff, mit Kind und Kegel hinter uns.

Was wir so alles erlebt und gemacht haben seht ihr hier...

Wir reisten am Dienstag Mittag, den 19 Juni 18 nach Toulon. Das Auto war wieder über und über beladen mit allem, was wir so in Zukunft auf dem Schiff wollen und brauchen :-). Z.B. Bettauflagen, Bettzeug (das erste mal, das wir mit richtigen Duvet und Kopfkissen auf einem Schiff schlafen... Was für ein Komfort gegenüber einem Schlafsack und einem Kissenersatz/Puli :-)), 3 neue Batterien, Stoffmuster für die Salonpolster, weitere neue Garmin Geräte, Werkzeug, das neue Navigationssitzpolster, die neue Elektrotafel, Kücheneinrichtung, so wie Notfall-Nahrung (Ravioli :-)), Wein, Haldemann-Bier und ganz wichtig die erste Ladung Kinderspielzeug. Und natürlich was wir an persönlichem für 5 Tage brauchen.

Zum Glück habe ich eine Tante in der nähe unseres Schiffes, die uns sehr gerne für die paar Nächte aufgenommen und verköstigt hat. (Hiermit nochmals vielen Dank und es waren sehr gemütliche Abende mit euch.)

Mittwoch, 20 Juni. Wir standen um 7 Uhr auf, damit wir um 8.30 beim Schiff waren. Einer der wichtigsten Punkte war das Spachteln im Unterwasserbereich. Weiter wurde alles Mitgebrachte aufs Schiff hoch gewuchtet. Und der Mast vorbereitet. An diesem fehlte noch die Radarhalterung. Zusätzlich musste auch noch das Radardatenkabel in den Mast gezogen werden. Das ganze bei gemütlichen 30 Grad im Schatten. Aber egal man/frau ist hart im Nehmen und das auch noch in der 33ten Schwangerschaftswoche :-) ok, ich habe Nachmittags eine Badepause mit Anaïs im Meer eingelegt, wie herrlich.

Batterien... Der einzige Ärger in dieser Woche. Beni hat einen Werftarbeiter gefragt, ob es möglich sei, die drei neuen Batterien (je 60kg und 780.-) mit dem Gabelstapler auf das Schiff zu heben. Ja klar, meinte dieser und kam schon angesaust. Beni hatte keine Zeit zum vorbereiten und so wurden diese Dinger auf die Gabel gelegt. Der Stapler fuhr mit der gehobenen Ware voran und versank in einem Sandloch. Zack Peng! Die dritte konnte Beni noch gerade runter aufs Schiff ziehen, aber die Beiden anderen lagen im Sand, vier Meter weiter unten. Eine fiel auf die Ecke und war aufgeplatzt, die Andere noch ganz. Durch die Wucht des Aufpralls haben beide Totalschaden erlitten. "Sorry" meinte der Arbeiter und rief den Chef. Dieser meinte nur, ich hätte den Auftrag im Büro aufgeben müssen, und blockierte jegliches entgegenkommen. Lehrgeld... Und noch einmal die Bestätigung, dass ich Port Pin Rolland nie weiter Empfehlen werde.

Donnerstag, 21 Juni. Es ging wieder früh zum Schiff. Das Mast stellen und Einwassern war geplant. Am Mast haben wir den Radar fertig montiert und das Navigationslicht drauf gesteckt. Im Schiff hat Beni der grösste Teil der Elektronik an die neue Schalttafel angeschlossen und ich habe mit Anaïs unsere Betten bezogen und die Küchen-Artikel eingeräumt. Um 14 Uhr kamen die Werftarbeiter endlich zum Mastrichten (eine Arbeit die sie eigentlich, auf ihren Wunsch hin, schon morgens machen wollten). Nach 2 endlosen Stunden und viel Gemotze stand der Mast endlich. Dafür ging es aber ruckzuck in weniger als 30min ins Wasser. Ich glaube, sie wollten alle Feierabend machen, um den Match der WM schauen zu gehen. Für uns oder bessergesagt für Beni und mein Onkel Bernard ging es dann von Port Pin Rolland nach La Seyne, 3sm durch den grossen Toulon Hafen, Anaïs und ich fuhren mit dem Auto ringsum. Es hatte zirka 15kn und in den Böen 20kn Wind, also nicht gerade wenig für ein Provisorium... Schlussendlich klappte alles wie am Schnürchen und in La Seyne haben wir dann das erste mal auf dem Schiff zu Abend gegessen (leckere Spaghetti Sauce die wir mitgebracht haben nur das Salz für das Spaghetti Wasser mussten wir auf dem Nachbarschiff erbitten. Zum Glück sind alle Segler so hilfsbereit) und übernachtet in unseren Luxus Betten :-) Es war eine wunderbare Abendstimmung und wir konnten entspannen. Nun ganz so gemütlich wie gehofft, wurde es für mich nicht... wir hatten ziemlichen Wind auf die Seite, und die Taue quitschten. Beni schlief gut, er meinte ihn habe das Quitschen beruhigt, so wusste er, dass das Schiff noch am Pier liegt ;-). Für die erste Nacht auf dem eigenen Schiff aber gar nicht so schlecht... Anaïs hat am Besten von uns allen geschlafen. Kein Wunder, sie hat auch das grösste Bett.

Freitag 22 Juni. Nach einem gemütlichen Frühstück, mit Schokoladenkuchen von meiner Tante, kam auch schon der Kran mit einer sehr kompetenten Crew. Sie haben unser Schiff verholt und rausgekrant, alles mit einem Lächeln und einfach nur Easy. Um 9.30 standen wir schon auf unserem Trockenplatz bei Russo. Dort machten wir noch alles Wetterfest. Die restlichen Stunden auf dem Schiff brauchen für diverse Arbeiten, z.B. die 30järige Relings zu demontieren (Scheiss Arbeit besonders da die Splinten kaum raus wollten...) Schalttafel weiter konfigurieren, Kabel einziehen und anschliessen. Die neue Batterie, die die noch ganz blieb, am neue Lagerort einzupassen und zu überprüfen ob auch wirklich vier rein passen. Sie haben noch Luft und dem 24V steht nichts im Weg. Vor allem machten wir Ordnung auf dem Schiff, dass es im September etwas gemütlicher zum Ankommen ist. Anaïs hat sich bei den heissen Temperaturen herrlich mit der Decksdusche und ihren Kübeln voll Wasser unterhalten... als Letztes haben wir dann noch die alte Rettungsinsel gegen die Neue ausgetauscht und mit einem Flaschenzug aufs Schiff hochgehievt…(Beni hat nun Muskelkater vom Winschen kurbeln :-) Anmerkung von Beni: die Winschen und Blöcke müssen unbedingt gewartet werden...). Das alte Gross-Segel haben wir auch noch vom Schiff genommen und zusammengelegt um es mit Nachhause zu nehmen.

Nun um 17uhr sind wir so richtig erledigt und freuen uns auf unser Bad im Meer. Und ja, es war herrlich und die Lebensgeister sind wieder etwas erwacht.

Danach freuten wir uns auf ein leckeres Nachtessen bei meiner Tante und Onkel und ein kaltes Vully-Bier! Bei einem sehr gemütlichen Abend konnten wir diese Woche ausklingen lassen und der Stress wich.

Samstag 23 Juni. Heute war erst mal ausschlafen angesagt, so weit dies ging. Nach dem gemütlichen Frühstück, ging es nach Sanary an den Sandstrand Portissol, um nochmals kindergerechte Zeit mit Anaïs zu verbringen und zu schwimmen. Anaïs hat es in diesen Tagen mit uns, der Arbeit und den Temperaturen super gemacht. Danke Anaïs. Kurz nach dem Mittagessen, nach einem leckeren Sandwich ging es auf in Richtung Schweiz.

Die Woche war sehr erfolgreich und wir haben alles geschaft was wir wollten.

Wir freuen uns schon jetzt und haben Sehnsucht zurück für auf unser schiff (24.Juni 18 :-))

PS. unter Fotos findet ihr unsere Woche in Bildern. Viel spass beim Reinschauen.